Forschung


In den letzten Jahren sind in Deutschland oder mit deutscher Beteiligung einige Forschungen zum Vorkommen rituellen Gewalt durchgeführt worden.


2005 - 2007


Empirische Untersuchung zur Situation ritueller Gewalt im Ruhrgebiet, Rheinland-Pfalz und Saarland


In der Studie wurden 1950 Psychologen mit Kassenzulassung im Ruhrgebiet angeschrieben, von denen 936 antworteten, 1058 Psychologen in Rheinland-Pfalz, von denen 455 antworteten und 217 Psychologen im Saarland, von denen 132 antworteten.

Die Studie untersuchte ob in welchem Ausmaß Psychotherapeuten mit ritueller Gewalt in Berührung kommen.


Von den rückmeldenden Therapeuten berichteten im Ruhrgebiet 110, in Rheinland-Pfalz 55 und im Saarland 17 Therapeuten von Fällen ritueller Gewalt unter ihren Patienten.

Im Ruhrgebiet wurden 126 Fälle gemeldet, in Rheinland-Pfalz 67 Fälle und im Saarland 20 Fälle. Der Anteil der Frauen die Opfer ritueller Gewalt geworden sind, lag hier bei 80,5% bis 95%.


Die Patienten berichteten von Absolutem Gehorsam, Tieropferungen, rituellem sexuellem Missbrauch, Ekeltraining, Leichenschändung, Absoluter Geheimhaltung, Menschenopferung, ritueller körperlicher Misshandlung und schwarzen Messen. Über die Hälfte der Taten fanden innerhalb der letzten 15 Jahre statt.


Die Fälle wurden zu 94%-100% als glaubwürdig eingestuft.


Der Anteil der Patienten die während der Therapie noch Täterkontakt haben schwankt in den drei Bundesländern zwischen 31% und 68%.


In Rheinland-Pfalz wurde zusätzlich untersucht wie lange die rituelle Gewalt andauerte. Hier lagen die Zahlen zwischen 0 und 40 Jahren mit einer Durchschnittsdauer von 9,3 Jahren.
Die Zeit die seit der rituellen Gewalt und Beginn einer Therapie vergeht liegt zwischen 0 und 47 Jahren, im Durschnitt 16,3 Jahren.

Wurde die Therapie beendet oder abgebrochen, dauerte die Therapie von einmaligem Kontakt bis 10 Jahre, im Durschnitt 3,3 Jahre.

Wurde die Therapie noch nicht beendet, dauerte die Therapie von einem einmaligen Kontakt bis zu 19 Jahren, im Durchschnitt 3,1 Jahre.


Da fast 200 Therapeuten unabhängig voneinander aus nur drei Bundesländern von Fällen ritueller Gewalt in ihren Praxen berichteten, kann kein Zweifel daran sein, dass rituelle Gewalt vorkommt. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass wegen der organisierten Form und dem Schweigegebot eine hohe Dunkelziffer besteht.



2007


Extreme Abuse Survey – Umfrage für Überlebende extremer Gewalt


1471 Personen aus 31 Ländern (davon 273 Teilnehmer aus Deutschland) nahmen an dieser Online-Studie teil.

81% der Teilnehmer waren Frauen, wovon 52% rituelle Gewalt und Mind Control erlebt hatten, 19% nur rituelle Gewalt, 7% nur Mind Control und 22% andere Formen extremer Gewalt.



Details zur Studie hier: http://extreme-abuse-survey.net


2007


Professional Extreme Abuse Survey – Umfrage für professionelle Helfer die mit Überlebenden ritueller Gewalt und/oder Mind Control gearbeitet haben


Bei dieser Online Studie wurden 451 Personen befragt, die professionell mit Überlebenden Extremer Gewalt gearbeitet haben, wie Therapeuten, Fachärzte, Berater und Geistliche. Aus Deutschland nahmen 99 Personen teil, von denen die Mehrheit mit 2 – 10 Überlebenden gearbeitet hat, die rituelle Gewalt und Mind Control erlebt haben.


Details zur Studie hier: http://extreme-abuse-survey.net


2007


Child Extreme Abuse Survey – Umfrage für professionelle Helfer die mit Kindern als Überlebende Ritueller Gewalt und/oder Mind Control gearbeitet haben


An dieser Online Studie nahmen 264 Personen aus 19 Ländern teil, wovon 67 aus Deutschland kamen. Über die Hälfte der Teilnehmer arbeitete mit 1-2 Kindern die rituelle Gewalt und Mind Control erlebt haben. 2 Teilnehmer gaben auch an mit über 100 Kindern die rituelle Gewalt und Mind Control erlebt haben, gearbeitet zu haben.


51% der Teilnehmer der Studie waren selber Überlebende ritueller Gewalt und Mind Control.


Hier sind einige non-verbale Anzeichen, die die Teilnehmer beobachten konnten bei den Kindern die rituelle Gewalt und Mind Control erlebt haben:


81% der Kinder zeigten Unterleibsschmerzen ohne erkennbaren Grund.

83% der Kinder zeigten ein Wiedererleben von Schmerzen während einer Dissoziation

71% zeigten ein nicht altersgemäßes Wissen über Sex

73% zeigten eine Aversion gegenüber bestimmten Essen

84% zeigten Dissoziation

62% malten Bilder mit Misshandlungs- oder Folterszenen

68% hatten extreme Angst vor Ärzten

53% zeigten bizarre Themen im Spiel (Fesselung, Verstümmelung von Puppen/Kuscheltieren, Menschen- oder Tieropferungen)

73% hatten Albträume mit rituellem Inhalt

48% zeigten Überreaktionen beim Anblick von Blut

59% zeigten vorherrschende Beschäftigung mit dem Thema Tod

85% zeigten starke emotionale Reaktionen bei Fragen über Missbrauch und Misshandlung

91% hatten Schlafprobleme

66% hatten unerklärliche Schrammen, Narben oder Wunden

55% hatten unerklärliche Beckenschmerzen

57% zeigten ungewöhnliche Reaktionen beim Gefilmt- oder Fotografiert werden

46% erbrachen ohne Grund


Die Teilnehmer gaben Beweise für die Schilderungen ritueller Gewalt und Mind Control an:


31% der Fälle erfolgte eine Verurteilung einer oder mehrerer Täter

24% der Fälle erfolgte ein Geständnis eines oder mehrerer Täter

22% Auffinden von rituellen Gegenständen die von Kindern beschrieben wurden

31% Auffinden von Ritualstätten die von einem oder mehreren Kindern beschrieben wurden

53% Medizinische Beweise die mit ritueller Gewalt oder Mind Control einhergehen

8% Fotografien mit Darstellungen ritueller Gewalt an Kindern die sie betreuen

91% Psychologische Symptome die mit ritueller Gewalt oder Mind Control einhergehen

40% Rituelle Wunden oder Narben auf und im Genitalbereich

52% Zwei oder mehrere Kinder berichten unabhängig voneinander von dem selben Täter

12% Videos mit Darstellungen ritueller Gewalt an Kindern die sie betreuen


27% der Täter sind inhaftiert wurden.


Weitere Details zur Studie: http://extreme-abuse-survey.net



2005


Ausstiegsbegleitung


Der Verein Vielfalt e.V. führte in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Psychotraumatologie in Kassel eine Umfrage unter 9 Ausstiegsbegleitern mit insgesamt 34 Fällen der Ausstiegsbegleitung durch.


Von allen Begleitern wurde berichtet, dass die Aussteiger sexualisierte Gewalt durch Kinderprostitution und Kinderpornografie erlebten, häufig mit ideologischem Zusammenhang.


In 1/3 der Fälle berichteten die Teilnehmer von einem erfolgreichen Ausstieg. In 1/3 der Fälle dauerte die Ausstiegsbegleitung noch an und in 1/3 der Fälle erfolgte ein Abbruch der Ausstiegsbegleitung.


Bei der erfolgreichen Ausstiegsbegleitung dauerte die Gewalt nach Beginn des Ausstiegs noch 1,5 – 3,5 Jahre an, wobei die Außenbedrohung durch die Täter zwischen 1 und 8 Jahren anhielt.


Weitere Details zur Studie und Bezug der Studie: http://www.vielfalt-info.de